Die Paper Ninjas feiern Premiere.
Ausstellungsdetails
Zeitraum: 01.08.2018—21.08.2018
Ort: Nissis Kunstkantine, Am Dalmannkai 6, 20457 Hamburg
Exponate: 44
Fotos: Andreas Lorenz, Gudrun Thiepold
Ausstellungstext der Galerie
Japanische Tradition und Klarheit treffen auf die raue Moderne des Ruhrpotts.
(Der Künstler) vereint die Reduziertheit des japanischen Stils und die Rauheit des Ruhrgebietes in sich selbst und auch in seiner Kunst. Seine Protagonisten sind Ninja und Samurai, japanische Bauern, Maiko, Kois und buddhistische Mönche – alle samt in ungewohnt moderner Rolle. (Der Künstler) mischt alte japanische Malerei, japanische Schrift und Architektur, Kirschblüten und japanische Landschaften, die dann aber von Ninja, Samurai und Maiko erobert werden.
Der Künstler selbst stellt seine Protagonisten als Symbole vor: »Ninja haben einen Legendenstatus in Japan, es gibt aber auch kaum Überliefertes über sie. Ninjas wollen eigentlich unsichtbar sein; ein Ninja arbeitet stets im Verborgenen, will anonym bleiben und nicht gesehen werden. Er gehört nicht auf Bilder, nicht auf eine Bühne – und ich mache ihn zu einer zentralen Figur und lasse ihn auch noch Dinge tun, mit denen er krass auffällt«, sagt (der Künstler). »Der Mönch ist für mich ein Symbol für Selbstgeißelung und Selbstdisziplin, der sich als Buddhist aber auch selbst erlöst. Der Bauer (steht) ganz unten in der Gesellschaft, die ihn aber dringend braucht; der Samurai (ist ein) mutiger Traditionalist und Kämpfer, der aber auch etwas Hoffnungsloses hat in seiner alten Tradition.«
(Der Künstler) setzt sie alle in den Alltag der Moderne: auf dem Weg zum Alltagsjob, als Rock-Musiker, Pizzalieferanten – stets vor malerischem Hintergrund.
Anmerkung zum Ausstellungstext
Der Mönch erlöst sich nicht selbst, sondern strebt die Erlösung mit seinem eigenen Handeln an. Dass er die Erreichung des Ziels entscheidend mitbestimmt, habe ich damals sehr verkürzt dargestellt. Darüber hinaus habe ich suggeriert, dass der Bauer in der damaligen japanischen Gesellschaft ganz unten gestanden hat. Das ist nicht richtig. Weite Teile der Gesellschaft haben unter den Bauern gestanden. Im Vier-Stände-System (jap. Shinōkōshō) des Edo-Zeitalters stand der Kriegsadel an oberster Stelle, an zweiter Stelle folgten bereits die Bauern. Darunter standen Handwerk und Handel. Menschen mit sogenannten »unreinen« Berufen standen sogar unterhalb des Vier-Stände-Systems.








